Die Stadt Feldkirch etabliert den Pulverturm im historischen Zentrum als Kunstraum. Die Stadt erkennt den Wert und die Notwendigkeit von Räumen für kreative Tätigkeiten und stellt den Turm Künstler:innen und Kulturschaffenden zur Verfügung. Der Pulverturm dient als vielseitiger Raum für Arbeit und Präsentation, fördert eine kollaborative Umgebung ohne Hierarchien und bietet Platz für Diskussionen über Kunst und Gesellschaft. Dies fördert nicht nur künstlerische Arbeit, sondern begründet auch einen weiteren attraktiven Ort für zeitgenössisches Kunstschaffen.

Aktuelle Projekte

Mit HUUND entsteht eine neue installative Performance-Arbeit, die sich der Vorarlberger Sage des Klushundes auf zeitgenössische Weise nähert. Anstatt den Mythos narrativ abzubilden, macht die Performance dessen soziale, körperliche und imaginative Dynamiken erfahrbar.

Im Zentrum steht eine abstrakte Großkonstruktion, die von Performer:innen durch den vertikalen und räumlich vielschichtigen Pulveerturm getragen und belebt wird. Der historische Turm fungiert dabei nicht als bloße Architektur, sondern als aktiver Resonanzraum, in dem Bewegung, Klang und Präsenz aufeinandertreffen.

Entlang eines Parcours begegnet das Publikum fragmentarischen Texten, Klängen und atmosphärischen Setzungen, die den Mythos in körperliche Wahrnehmung übersetzen. Die Besucher:innen bewegen sich selbstbestimmt durch den Raum und sind eingeladen, eigene Beziehungen zur Erzählung und zur kollektiven Vorstellungskraft zu entwickeln. HUUND versteht Mythos als lebendigen Prozess – als etwas, das sich im Gemeinsamen formt, erinnert und verändert.

Die Performance verzichtet bewusst auf eine lineare Dramaturgie. Stattdessen arbeitet sie mit Dauer, Bewegung, Pausen und Präsenz, die sich im Verlauf der Zeit stetig verschieben. Wahrnehmung wird dabei zu einer offenen Erfahrung zwischen Beobachten, Mitgehen und Verweilen.

Informationen

  • Performance: 24. Februar 2026, 17.30 Uhr
  • Öffnungszeiten Installation: 26. Februar 2026, 15 bis 17 Uhr und 27. Februar 2026, 16 bis 18 Uhr
  • Eintritt frei

Konzept

Der Pulverturm steht Kunst- und Kulturschaffenden offen, die den Raum für ihre kreativen Projekte nutzen möchten. Es gibt keine Einschränkungen bezüglich des Formates. Interessierte Künstler:innen können sich direkt bei der Kultur-Abteilung der Stadt Feldkirch melden. Die Nutzer:innen sind selbst verantwortlich für die Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltungen im Pulverturm. Dies umfasst die Planung von Ausstellungen, Performances, Workshops, Lesungen oder anderen kulturellen Aktivitäten sowie die Betreuung während etwaiger Öffnungszeiten. Der Pulverturm kann für maximal einen Monat als Ausstellungs- und Aufführungsort, Probe- oder Arbeitsraum mit oder ohne Öffentlichkeit verwendet werden.

Aufwands-Entschädigung

Kunst- und Kulturschaffende erhalten bei öffentlichen Veranstaltungen eine Aufwandsentschädigung. Beispiele:

  • Vernissagen
  • Ausstellungen mit Öffnungszeiten
  • Konzerten oder Lesungen

Sollten die Künstler:innen weitere Kunst- und Kulturschaffende, die im Pulverturm arbeiten oder veranstalten wollen, der Kultur-Abteilung empfehlen, kann sich diese Aufwandsentschädigung auf bis zu 500 Euro erhöhen.

Zusätzliche Kosten werden nicht übernommen (zum Beispiel: Reise-Kosten oder Übernachtungs-Kosten).

Ablauf

  1. Künstler:innen, die den Pulverturm nutzen wollen, melden sich direkt bei der Kultur-Abteilung der Stadt Feldkirch mit ihrem Vorhaben. Die Abteilung prüft die Anfrage, um sicherzustellen, dass die Auswahl der im Turm Arbeitenden oder Veranstaltenden vielfältig, divers und ausgewogen bleibt. Professionell-schaffende Künstler:innen werden terminlich vorgezogen.
  2. Die Künstler:innen, welche den Pulverturm nutzen werden, geben bekannt, ob bzw. wann öffentliche Veranstaltungen stattfinden.
  3. Die Person unterzeichnet eine Nutzungsvereinbarung, erhält den Schlüssel zum Pulverturm und kann diesen gemäß des Nutzungskonzeptes verwenden. Der Person steht der gesamte Pulverturm (3 Stockwerke mit Sanitäranlage, Küche und Stühle für Veranstaltungen) zur Verfügung.
  4. Öffnungszeiten bzw. Veranstaltungen sind der Abteilung Kunst, Kultur mitzuteilen und werden von der Abteilung Kommunikation sowie dem Stadtmarketing mittels Online-Werbung beworben. Wenn eine Veranstaltung geplant ist, muss beachtet werden, dass maximal 40 Personen gleichzeitig im Turm sein dürfen.
  5. Auszug aus dem Turm: Die Kunst- und Kulturschaffenden hinterlassen den Turm in jenem Zustand, in dem sie ihn vorgefunden haben (gereinigt, frei von Müll). Sollte der Pulverturm nach einem Aufenthalt gereinigt werden müssen, werden die anfallenden Kosten von der Aufwandsentschädigung abgezogen.
  6. Die Aufwandsentschädigung wird je nach Häufigkeit der öffentlichen Veranstaltungen und dem dementsprechenden Aufwand berechnet.

Über den Pulverturm

Der Pulverturm war ein Teil der südlichen Stadtmauer, nahe dem Mühletor. Er ist der älteste der 4 Mauertürme und wurde 1460 erbaut.  Das Bauwerk ist ein zweigeschossiges Dreiviertel-Rondell unter einem achteckigen Zeltdach. Das Untergeschoß wurde bereits Ende des 15. Jahrhunderts mit getrichterten Schlitzscharten versehen. Das Obergeschoß mit breitrechteckigen Trichterscharten wurde nach 1500 aufgesetzt. Wie der Name schon sagt, diente der Pulverturm der Lagerung von Pulver.