UNESCO-Talk in Feldkirch
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Im Rahmen der Klausurtagung diskutierten Vertreter:innen aus Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft über Perspektiven für einen Sektor unter wachsendem finanziellem und strukturellem Druck.
„Regenerative Kulturarbeit begreift Kunst als lebendigen Organismus, der Erneuerung ermöglicht. Gerade in budgetär angespannten Zeiten braucht es strukturelle Klarheit und den Mut, Räume für Entwicklung zu sichern“, betonte Bürgermeister Manfred Rädler in seinen Begrüßungsworten. Die von der Österreichischen UNESCO-Kommission und der IG Kultur Vorarlberg initiierte Veranstaltung stellte die Frage in den Raum, wie Kulturpolitik gestaltet sein muss, damit sie nicht nur reagiert, sondern aktiv Zukunft formt.
Bereits am Nachmittag stand im Palais Liechtenstein die künstlerische Freiheit im Fokus. In einem Workshop beleuchteten die Menschenrechtsanwältin Smera Rehman sowie die Drag-Performer:innen Fräulein Bürgerschreck und Eric BigClit anhand konkreter gesellschaftlicher Kontroversen die Spannungsfelder zwischen Kunst und öffentlicher Debatte. Deutlich wurde, wie essenziell der Schutz freier Ausdrucksformen für eine demokratische Gesellschaft ist. Stadträtin Natascha Soursos verwies dabei auf die umfassenden Voraussetzungen für eine wirksame Kulturpolitik: „Künstler:innen brauchen nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Räume, Sichtbarkeit, Planungssicherheit und den Schutz der künstlerischen Freiheit. Erst dieses Zusammenspiel macht Kultur zu einem Nährboden für Gemeinschaft.“
Beim UNESCO-Talk wurde deutlich, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung auch eine kulturelle Vielfalt, klare Rahmenbedingungen und mutige kulturpolitische Entscheidungen voraussetzt. Feldkirch setzt hier konkrete Akzente: einerseits mit eigenen Institutionen wie dem Graf Hugo, der starken Musikschule oder dem Palais Liechtenstein als jener Ort, der das humanistische Erbe der Stadt mit zukünftigen Visionen verknüpft. Andererseits mit der gezielten Förderung und Unterstützung von Initiativen und Kulturschaffenden. Damit positioniert sich Feldkirch als Ort des Dialogs, der Teilhabe und der konkreten Mitgestaltung gesellschaftlicher Veränderung.
Bildunterschrift: Die Drag-Performer:innen Fräulein Bürgerschreck und Eric BigClit betonten im Rahmen der UNESCO-Klausur in Feldkirch, wie wichtig freie Ausdrucksformen sind.
