Nahversorger:innen in Feldkirch
Datum:
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
Feldkirch steht in diesen Tagen ganz im Zeichen der Landwirtschaft, denn unsere Stadt wird am 15. April zum Schauplatz für den Bundesbäuerinnentag. Dieses Ereignis bietet den idealen Rahmen, um über die Herkunft und Qualität unserer Lebensmittel zu sprechen, aber auch über die wertvolle Arbeit jener Menschen, die diese bereitstellen.
Die Bedeutung unserer bäuerlichen Betriebe kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. In einer Zeit, in der globale Krisen und instabile Lieferketten das Bewusstsein für Versorgungssicherheit geschärft haben, gewinnen regionale Strukturen massiv an Gewicht. Unsere Landwirt:innen sind weit mehr als reine Produzent:innen. Sie sind Landschaftspfleger:innen, Bewahrer:innen unserer Traditionen und Garanten für eine verlässliche Nahversorgung direkt vor unserer Haustür.
In Feldkirch blicken wir stolz auf eine beachtliche landwirtschaftliche Struktur. Über 40 Betriebe, vom klassischen Vollerwerbshof bis hin zu engagierten Nebenerwerbslandwirt:innen, prägen unsere Stadt. Die Vielfalt ist dabei beeindruckend. Ob Rinder- und Schweinehaltung, Geflügelzucht oder spezialisierter Ackerbau mit Feldfrüchten wie Kartoffeln, Zwiebeln und Dinkel – unsere heimischen Erzeuger:innen decken ein breites Spektrum ab. Besonders hervorzuheben ist die Milchwirtschaft, in der Feldkirch durch die ansässige Verarbeitung in Gisingen eine herausragende Stellung einnimmt.
Ein Trend, der mich persönlich sehr freut, ist die zunehmende Direktvermarktung. Immer mehr Feldkircher:innen nutzen die Möglichkeit, Produkte direkt ab Hof oder auf dem Wochenmarkt zu beziehen. Dies stärkt nicht nur das Vertrauen zwischen Konsument:innen und Produzent:innen, sondern sorgt auch dafür, dass die Wertschöpfung unmittelbar bei den bäuerlichen Familien bleibt, die diese harte Arbeit leisten. Ohne Zwischenhändler:innen landet die Frische direkt in unseren Küchen.
Dennoch dürfen wir die Herausforderungen nicht verschweigen. Der Druck auf Grund und Boden ist in einer wachsenden Stadt wie der unseren spürbar. Wenn wir jedoch Wert auf Tierwohl und Umweltschutz legen, müssen wir bereit sein, diese Leistungen auch fair zu honorieren. Billigangebote bei Fleischprodukten werden der Verantwortung gegenüber der Kreatur und der Natur nicht gerecht.
Die Zukunft der Feldkircher Landwirtschaft liegt in der Wertschätzung. Gerade in Nischenbereichen, etwa beim Bio-Gemüse oder speziellen regionalen Köstlichkeiten, gibt es noch viel Potenzial für unsere Betriebe. Ich lade Sie herzlich ein, den Bundesbäuerinnentag zum Anlass zu nehmen, Ihren eigenen Einkauf kritisch zu hinterfragen und öfter zu Produkten aus unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu greifen.
Ihr, Manfred Rädler
