Endphase eines Jahrhundertprojekts
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Liebe Feldkircherinnen, liebe Feldkircher!
Wer in den letzten Tagen die Montfortbrücke überquert hat, konnte den beeindruckenden Fortschritt mit eigenen Augen sehen. Das Projekt Hochwasserschutz Feldkirch biegt auf die Zielgerade ein. Seit der Karwoche rollt der Verkehr bereits über das neu errichtete Brückentragwerk. Nach rund einem Jahr intensiver Bauzeit haben wir damit einen entscheidenden Meilenstein für die zweite und finale Phase dieses Vorhabens gesetzt.
Ein technisches Herzstück wurde bereits aktiviert: Mit der Inbetriebnahme der Ampelanlage in der Schillerstraße im Bereich der Kreuzung Landesgericht und Graf-Hugo-Wuhrgang wird der gesamte motorisierte Verkehr nun sicher über die neue Montfortbrücke geleitet. Parallel dazu konnten wir den Fußgänger:innenübergang zwischen dem Landesgericht und der Landesfinanzdirektion sowie den flussabwärtigen Gehsteig wieder freigeben. Die direkte Verbindung zwischen der Schillerstraße und dem Hirschgraben ist somit für alle, die zu Fuß unterwegs sind, wiederhergestellt. Da die Behelfsbrücken ihren Dienst erfüllt haben, beginnt ab Mitte April deren Rückbau.
Mit dem Start der nächsten Etappe erneuern wir die Infrastrukturleitungen beim Wasserturm. Aus Sicherheitsgründen muss die Kreuzung Vorstadt und Montfortgasse von Ende April bis voraussichtlich Mitte Juni gesperrt werden. Die Vorstadt bleibt jedoch von der anderen Seite her als Sackgasse befahrbar. Die Zufahrt zu den Gebäuden und der Lieferverkehr sind während der gesamten Dauer gesichert. Ein detailliertes Leitsystem weist den Weg, zudem informieren wir die betroffenen Betriebe ganz gezielt über die Abläufe. Ich möchte mich bereits jetzt bei allen Anrainer:innen sowie den Geschäftsleuten für ihre Geduld und ihr Verständnis bedanken. Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich leider nicht ohne temporäre Unannehmlichkeiten realisieren.
Neben dem funktionalen Schutzaspekt überzeugt die neue Brücke auch ästhetisch. Das Architekturbüro Marte.Marte hat nach der Galerie in der Kapfschlucht erneut ein Bauwerk geschaffen, das sich trotz der notwendigen Anhebung um einen Meter harmonisch in unser historisches Stadtbild einfügt. Das filigrane Geländer bewahrt zudem den freien Blick auf den Wasserturm.
Wenn im Sommer die letzten Arbeiten abgeschlossen sind, ist Feldkirch bestmöglich gegen ein hundertjährliches Hochwasser. Schätzungen gehen davon aus, dass ein solches Hochwasser direkte Schäden von mehr als 84 Millionen Euro allein in der Innenstadt verursachen würde. Mein Dank gilt deshalb dem Wasserverband Ill-Walgau als Projektträger sowie dem Land Vorarlberg und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft für die finanzielle Unterstützung. Gemeinsam sichern wir die Zukunft unserer Altstadt.
Ihre, Andrea Kerbleder
