Den Gürtel enger schnallen

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    Gedanken von Bürgermeister Manfred Rädler

    Geschätzte Feldkircher:innen!

    Hinter uns liegt ein Wirtschaftsjahr, das uns vor große finanzielle Herausforderungen gestellt hat. Im vergangenen Jahr sind die Schulden der Stadt Feldkirch um 28 Millionen Euro angestiegen, und im laufenden Betrieb wurde ein Minus von 3,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Diese nackten Zahlen verdeutlichen eine Realität, die wir keinesfalls beschönigen dürfen. Die aktuelle Situation ist ernst und verlangt von der gesamten Stadtverwaltung sowie der Politik ein hohes Maß an Disziplin und Weitsicht. Als Bürgermeister sehe ich es als meine zentrale Aufgabe an, die Stadtfinanzen wieder auf ein stabiles Fundament zu stellen und unser Feldkirch zukunftsfit zu machen.

    Trotz der angespannten Budgetsituation haben wir im vergangenen Jahr bewusst Schwerpunkte gesetzt, die für die Weiterentwicklung unserer Stadt unverzichtbar sind. Ein Großteil der Investitionen floss in die Bereiche Bildung und Kinderbetreuung. Auch in die Sicherheit haben wir investiert, beispielsweise in moderne Feuerwehrausstattung und den Hochwasserschutz. All diese Maßnahmen dienen dem Gemeinwohl und sichern die Qualität unserer städtischen Infrastruktur nachhaltig ab.

    Allerdings konnten diese Projekte sowie ein Teil des laufenden Betriebs nur durch die Aufnahme neuer Kredite finanziert werden. Auch die massiv gestiegenen Transferzahlungen an das Land schränken die kommunale Selbstbestimmung von Jahr zu Jahr stärker ein. Fast ein Viertel unserer operativen Mittel wird mittlerweile für landesweite Aufgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich ausgegeben.

    Verantwortungsvolles Wirtschaften bedeutet für mich vor allem, an die kommenden Generationen zu denken. Wir dürfen unseren Kindern und Enkelkindern keinen Schuldenberg hinterlassen, der ihnen jegliche Luft zum Atmen nimmt. Mein Ziel ist es, den nachfolgenden Generationen ein Feldkirch zu übergeben, das nicht nur lebenswert, sondern vor allem chancenreich ist. Dafür müssen wir jetzt den Gürtel enger schnallen. Wir haben deshalb ein umfassendes Programm zur Haushaltskonsolidierung gestartet, um bis zum Jahr 2030 eine Sanierung des Haushalts zu erreichen. Das erfordert Mut zur Lücke, die schmerzhafte Absage an das eine oder andere wünschenswerte Großprojekt in der nahen Zukunft aber auch Veränderungen in gewachsenen Strukturen.

    Wir müssen strukturelle Änderungen vornehmen, um den städtischen Betrieb künftig wieder vollständig aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Ich bitte Sie, geschätzte Bürger:innen, um Ihre Unterstützung und Ihr Verständnis. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass unsere schöne Stadt ihre Eigenständigkeit bewahrt und ein Ort bleibt, an dem auch künftige Generationen die besten Voraussetzungen vorfinden. Mit Vernunft und solidarischem Zusammenhalt werden wir diese schwierige finanzielle Wegstrecke erfolgreich meistern.

    Ihr Bürgermeister, Manfred Rädler

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