Stadt und Jüdisches Museum kooperieren

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Das Jüdische Museum Hohenems unterhält neben dem Ausstellungsbetrieb ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, das vor allem Kinder und Jugendliche anspricht. Die Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt Feldkirch und dem Jüdischen Museum zielt darauf ab, möglichst vielen Feldkircher Schülerinnen und Schülern den Besuch dieser wichtigen Einrichtung zu ermöglichen. Die Stadt leistet dafür an das Museum einen Jahresbeitrag in Höhe von 3.500 Euro. Der Beitrag soll einen Teil der Kosten für das Vermittlungspersonal abdecken.

Als Gegenleistung ist für alle Schulklassen aus Feldkirch der Eintritt im Museum frei und die Teilnahme an Workshops und sonstigen Vermittlungsprogrammen kostenlos.

Ergänzung zum gewöhnlichen Unterricht

Das angebotene Programm ist für den Besuch von Schulklassen geeignet und stellt eine wertvolle Ergänzung zum gewöhnlichen Schulunterricht dar. Darüber hinaus haben Pädagoginnen und Pädagogen die Gelegenheit, kostenlos an Workshops und sonstigen Informationsveranstaltungen teilzunehmen.

Die Anfänge des Museums

Das Jüdische Museum Hohenems wurde im April 1991 in der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels eröffnet. Doch schon seit den 1970er Jahren wurde in Hohenems über ein Jüdisches Museum diskutiert. Als die Stadt Hohenems die von einer Fabrikantenfamilie erbaute Villa Heimann-Rosenthal 1983 erwarb und eine neue Nutzung für das Gebäude gesucht wurde, rückte die Chance einer Museumsgründung in greifbare Nähe. Kulturpolitisch engagierte Bürger gründeten 1986 den „Verein Jüdisches Museum Hohenems“, um die Möglichkeit zu eröffnen, jüdische Geschichte, jüdisches Leben und Kultur kennenzulernen.

1989 wurde schließlich ein Museumskonzept für die restaurierte Villa erarbeitet, das die Geschichte der Juden in Vorarlberg unter der konkreten Perspektive des Verhältnisses zwischen Minderheit und Mehrheit veranschaulicht. Das Museum wurde bewusst als „begehbares Buch“ gestaltet, in dem die zumeist schriftlichen Zeugnisse der Geschichte der Gemeinde präsentiert wurden.

Das Jüdische Museum heute

Das Jüdische Museum Hohenems erinnert an die jüdische Gemeinde Hohenems und ihre vielfältigen Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und des Alpenraums. Es erzählt eine exemplarische Geschichte der Diaspora. Und es beschäftigt sich mit Jüdischer Gegenwart in Europa, mit Fragen des Zusammenlebens und der Migration. Dazwischen steht das Ende der Jüdischen Gemeinde von Hohenems, markiert durch die regionale NS-Geschichte, Antisemitismus, Vertreibung und Deportation. Entlang dieser Bruchlinien der regionalen und globalen Geschichte widmet es sich den Menschen, ihren Erfahrungen und Lebensgeschichten und pflegt Beziehungen zu den Nachkommen jüdischer Familien aus Hohenems in aller Welt.

„Wir freuen uns, dass wir mit der Stadt Feldkirch eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbaren konnten“, so der Direktor des Museums Hanno Loewy. „Damit können Schülerinnen und Schüler aus Feldkirch kostenlos unsere Bildungsangebote nutzen. Und gemeinsame Projekte werden den vielfältigen Kulturraum und die Geschichte im Rheintal erkunden.“ Erfreut über die Kooperation zeigt sich auch Kulturstadträtin Laura Fetz: „Mich freut besonders, dass Feldkircher Schulklassen diesen Ort der Geschichte(n) ab Juli kostenlos erleben können. Feldkirch leistet“, so Fetz weiter, „seinen Beitrag zu einer Institution, die unseren Zusammenhalt stärkt und zum Nachdenken anregt: Über das Gestern, das Heute und das Morgen.“

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