Informationsveranstaltung Hochwasserschutz

Datum:
Kategorie:Aktuell

Am Montag, 17. Juni wurden die Pläne zur weiteren Verbesserung des Hochwasserschutzes in Feldkirch präsentiert.

Ziel ist es, die Innenstadt von Feldkirch nachhaltig für ein hundertjähriges Hochwasserereignis sicher zu machen. Dafür sind größere innerstädtische Baumaßnahmen notwendig, etwa im Bereich der Kapfschlucht sowie für einen Neubau der Montfortbrücke. Beginn für die erste von zwei Bauetappen – die Aufweitung der Kapfschlucht – ist für Ende 2021 geplant, bis Ende 2024 sollen die Hochwasserschutzmaßnahmen fertiggestellt werden. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich nach den aktuellen Planungen auf rund 22 Millionen Euro.

 


Feldkirchs Innenstadt ist immer wieder hochwassergefährdet

Die Stadt Feldkirch war in der Vergangenheit infolge von Starkregenereignissen immer wieder hochwassergefährdet. Im August 2005 etwa konnte die Feldkircher Innenstadt nur knapp vor einer folgenschweren Überflutung bewahrt werden. Um für ein hundertjähriges Hochwasser Sicherheit für die Altstadt und die Bevölkerung zu gewährleisten, planen der Wasserverband Ill-Walgau gemeinsam mit der Stadt Feldkirch und dem Land Vorarlberg daher die Umsetzung des Projekts „Ill-Hochwasserschutz Stadt Feldkirch“. „Feldkirch hat in den letzten Jahrzehnten kräftig in den Hochwasserschutz investiert – insbesondere im Innenstadtbereich“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Matt, und meint weiter: „Prognosemodelle zeigen uns jedoch, dass weitere Maßnahmen notwendig sind.“ Auch Wolfgang Errath, Geschäftsführer des Wasserverbands Ill-Walgau, betont: „Trotz der seit 2005 umgesetzten Sofortmaßnahmen muss der Hochwasserschutz für Feldkirch maßgeblich erhöht werden.“ Laut Kalkulationen des Wasserverbands, entsprechend bundesweiter Vorgaben, muss im Falle eines Jahrhunderthochwassers mit einem Schadenspotenzial für Feldkirch von über 73 Millionen Euro gerechnet werden. Bei der gestern durchgeführten Bürgerinformationsveranstaltung im Pförtnerhaus in Feldkirch erhielten über 200 interessierte Feldkircherinnen und Feldkircher erstmals Einblick in die Pläne, wie die Stadt nachhaltig für ein hundertjähriges Hochwasser sicher gemacht werden wird. Die konkreten Vorarbeiten dafür samt Prüfung unterschiedlicher Lösungsvarianten laufen bereits seit 2015.

Aufweitung Kapfschlucht

„Das vorgestellte Projekt erfüllt als einzige Variante die hydrografischen, bautechnischen und planerischen Rahmenbedingungen und stellt damit die beste Möglichkeit für die Erreichung eines umfassenden Hochwasserschutzes dar“, so Wolfgang Errath. In der ersten, etwa zweijährigen Bauphase beginnend ab 2021 wird die Kapfschlucht an ihrer engsten Stelle um bis zu acht Meter aufgeweitet. Die bestehende Kapfstraße und die Ardetzenbergstraße wird dazu auf einer Länge von ca. 80m abgetragen und durch eine neues Galeriebauwerk und einen Neubau der Ardetzenbergstraße ersetzt. Der Verkehr durch die Kapfschlucht wird in Zukunft in einer Galerie unterhalb der Ardetzenbergstraße geführt, mit einer auskragenden, eigenen Spur für Fußgänger und Radfahrer. Getrennt vom motorisierten Verkehr kann die Verkehrssicherheit im Vergleich zur heutigen Situation damit deutlich verbessert werden. Zusätzlich muss in dieser Phase auch die Heilig-Kreuz-Brücke auf die neue Breite der Schlucht angepasst und somit erneuert werden. Nach Abschluss dieser Maßnahmen kann der Wasserspiegel der Ill im Bereich der Stadtstrecke für ein 100-jähriges Hochwasser bereits um mehr als einen Meter abgesenkt werden.

Neubau Montfortbrücke

Die zweite Bauphase betrifft den notwendigen Neubau der Montfortbrücke und ist für 2023 bis 2024 geplant. Entsprechend der heutigen technischen Vorgaben muss bei Hochwasser ein Mindestabstand zwischen Wasseroberfläche und Brückenunterkante – das sogenannte Freibord – von mindestens einem Meter bestehen, damit die Hochwassersicherheit gewährleistet werden kann. Im Zuge des Neubaus wird die Montfortbrücke auch verbreitert, um so mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu bieten. Der Verkehr wird in der Zwischenzeit über eine flussaufwärtig situierte Behelfsbrücke geleitet. Insgesamt werden für das Gesamtprojekt „Ill-Hochwasserschutz Stadt Feldkirch“ Kosten in der Höhe von rund 22 Mio. Euro veranschlagt.

Breite Zustimmung in der Stadtvertretung

Für das Hochwasserschutzprojekt gibt es auch eine breite Basis innerhalb der Stadtvertretung von Feldkirch, welche bereits heuer im Februar mit großer Mehrheit einen Grundsatzbeschluss für das Hochwasserschutzprojekt fasste. Was die Aufteilung Projektkosten betrifft übernehmen Bund und Land den Großteil der rund 22 Millionen. Die Stadt Feldkirch trägt insgesamt rund 900.000 Euro zu den Gesamtkosten bei. Zusätzlich wird Feldkirch noch rund 394.000 Euro in Begleitmaßnahmen investieren, die nicht unmittelbar mit dem Hochwasserschutz zusammenhängen. „Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird die Innenstadt einem hundertjährigen Hochwasser standhalten“, so Wolfgang Errath abschließend.

zurück zur Übersicht