Wer die Wahl hat ...

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Kategorie:Aktuell

Gedanken von Bürgermeister Matt

Liebe Feldkircherinnen und Feldkircher,

Sie alle kennen natürlich die Redensart „Wer die Wahl hat, hat die Qual“ und ich gebe zu, dass sie mir seit dem letzten Sonntag nicht mehr so recht aus dem Kopf gehen will. Denn die Stadt Feldkirch bildet das Schlusslicht aller Vorarlberger Städte und Gemeinden, was die Wahlbeteiligung betrifft: Nur 43,93% aller Wahlberechtigten haben die Möglichkeit der Stimmabgabe genutzt oder (weil die absoluten Zahlen noch drastischer sind) 14.545 Feldkircherinnen und Feldkircher sind diesmal nicht zur Wahl gegangen. Das ist eine traurige Zahl; umso mehr darf ich mich bei allen, die am Sonntag ihre Stimme abgegeben haben, herzlich bedanken.

Nicht nur ich, auch viele andere Politikerinnen und Politiker beschäftigt das, aber einig sind wir uns in allen Gesprächen eigentlich nur darüber, dass es wohl nicht eine einzelne simple Erklärung dafür gibt, sondern dass wir es vielmehr mit sehr unterschiedlichen Beweggründen zu tun haben. Und genau das macht die Sache so schwierig. Natürlich kann im Einzelfall immer kurzfristig etwas dazwischenkommen, aber darin können diese deprimierenden Zahlen nicht begründet sein. Aus der Politikwissenschaft kommt stets das Argument, wir hätten es mit einem europaweiten Trend zu tun, was sicher den Tatsachen entspricht, die Sache aber nicht besser macht. Und das immer wieder gehörte Argument „Was kann ich mit meiner einzelnen Stimme denn schon ausrichten?“ hat nicht erst seit der Wahl Konrad Adenauers zum ersten deutschen Bundeskanzler, bei der eine einzige Stimme (nämlich seine eigene) den Ausschlag gab, keine Berechtigung mehr.

Liebe Feldkircherinnen und Feldkircher, so lange ist es noch nicht her, dass das allgemeine Wahlrecht erkämpft wurde und in vielen Staaten der Welt würden Menschen viel dafür geben, demokratisch wählen zu können. Daher richte ich an dieser Stelle einen von Herzen kommenden Appell an Sie alle und bin mir sicher, dass ich hier für alle Kolleginnen und Kollegen spreche, die sich welchen Wahlen auch immer stellen: Bitte machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch, wenn es am 27. September darum geht, wer in den nächsten fünf Jahren Bürgermeister der Stadt Feldkirch sein wird und setzen Sie damit ein wichtiges Zeichen für eine lebendige demokratische Gesellschaft.

Ob Sie Ihre Stimme direkt im Wahllokal abgeben oder den bequemen Weg über den Wahlkartenantrag bevorzugen: Die Stimmabgabe ist denkbar einfach und daher kann von der eingangs erwähnten Qual bei der Wahl in Wirklichkeit keine Rede sein. Ich zähle auf Sie.

Herzlich Ihr
Wolfgang Matt

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