Europaschutzgebiet Bangs-Matschels – Teil 3: Frühjahrsblüte

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Kategorie:Aktuell

Ab Mitte Mai verwandeln sich die Streuwiesen in Matschels in ein schier endloses, blaues Blütenmeer. 

Eine ganz bestimmte Pflanzenart gibt dabei den (Farb-)Ton an: Zigtausend Sibirische Schwertlilien erblühen im Unterried und bezaubern uns mit ihrer herrlichen Blütenpracht.

Aber auch andere Schwertliliengewächse wie die Sumpf-Gladiole sind in den Streuwiesen beheimatet und ergänzen das Blau der Schwertlilien mit ihren purpurnen Blüten nahezu perfekt.

Sibirische Schwertlilie

Bereits der exotisch klingende Name verrät einiges über diese Pflanzenart: Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) ist nicht nur in Vorarlberg heimisch, sie kommt innerhalb der gemäßigten Klimazone auch in vielen anderen Regionen Europas und Zentralasiens vor – und eben auch in Sibirien. Nicht umsonst auch Blaue Schwertlilie genannt, leuchten ihre aufrechtstehenden Blütenblätter in einem kräftigen Blauviolett. Die hängenden Blütenblätter hingegen sind weiß und zeichnen sich durch eine feine, violette Aderung und einen gelben Farbtupfer am Blattgrund aus. Schwertlilie heißt sie deshalb, weil die Form der grünen Blätter an ein Schwert erinnern soll. Die schwach giftige Pflanze kann bis zu siebzig Zentimeter groß werden und wird bereits seit mehreren hundert Jahren als Zierpflanze genutzt. Sie ist unter anderem auf Moorwiesen sowie auf nassen oder zeitweise überschwemmten, nährstoffreichen Böden zu finden.

Sumpf-Gladiole

Übersetzt bedeutet der wissenschaftliche Artname Gladiolus palustris in etwa „das kleine Schwert, das dem Sumpf angehört“. Auch die Sumpf-Gladiole gehört zur Familie der Schwertliliengewächse. Ab Mitte Juni erblüht sie in purpurroter Farbe in den Streuwiesen von Bangs-Matschels – alle der zwei bis sechs Blüten auf der Ähre zeigen dabei in dieselbe Richtung. Die bis zu achtzig Zentimeter große Pflanze bildet, wie viele der typischen Streuwiesen-Pflanzenarten, eine unterirdische Knolle aus, in der Nährstoffe über den Winter gespeichert werden. Da diese Knolle von einer netzartigen Haut, ähnlich einem Kettenhemd, umgeben wird, soll sie bei Verzehr unverwundbar machen, weshalb die Pflanze auch (Sumpf-)Siegwurz genannt wird.

Blütenreiche Kulturlandschaft

Die blütenreiche Kulturlandschaft in Matschels ist über viele Jahrzehnte durch die landwirtschaftliche Nutzung des Menschen entstanden. Dass gerade die Schwertlilien auf den Streuwiesen im Europaschutzgebiet heute in so großer Zahl vorkommen, ist also den Landwirtinnen und Landwirten im Gebiet zu verdanken. Viele Wiesen werden nämlich nur extensiv bewirtschaftet, sie werden nicht gedüngt und nur einmal ab dem Herbst gemäht. Durch den späten Mahdtermin bleibt den Pflanzen genügend Zeit für die Bildung und Verbreitung ihrer Samen. Da die Riedflächen nicht weiter entwässert werden dürfen, bleiben die Böden feucht, was wiederum den Fortbestand von Schwertlilie, Gladiole und Co. gewährleistet. Da Wiesen dieser Art im Talraum nur noch selten zu finden sind, gelten die Sibirische Schwertlilie und die Sumpf-Gladiole in Vorarlberg als gefährdet und stehen unter Naturschutz.

Respektvoller Gebietsbesuch

Tragen Sie ganz einfach dazu bei, dieses besondere Farbenspiel auch für zukünftige Gebietsbesuche zu erhalten: Erfreuen Sie sich am faszinierenden Anblick der Blüten von den Wegen aus und pflücken Sie keine Pflanzen. Damit einer prachtvollen Blüte auch heuer nichts im Wege steht, werden die ehrenamtlichen Mitglieder der Naturwacht wieder im Schutzgebiet unterwegs sein, um über die Besonderheiten der geschützten Pflanzenarten zu informieren und für Fragen zur Verfügung zu stehen. An dieser Stelle bedankt sich die Stadt bei den Naturwächterinnen und Naturwächtern herzlich für ihren Einsatz im Europaschutzgebiet Bangs-Matschels.

Informationen

Um das prächtige Farbenspiel im Europaschutzgebiet nicht zu gefährden, müssen Regeln beachtet werden:

  • Im Bereich der offenen Wiesenlandschaften muss auf den beschilderten Wegen geblieben werden
  • Hunde müssen an der kurzen Leine geführt werden (max. 1,5m)
  • Das Pflücken von Pflanzen ist verboten

Weitere Informationen sind unter naturvielfalt.at/bangs-matschels sowie unter feldkirch.at/bangsmatschels abrufbar.

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