Artenschutz in Aktion

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Kategorie:Aktuell

Die Bevölkerung engagiert sich tatkräftig für das Wohlergehen der Amphibien, die gefährdet sind und in Vorarlberg unter Naturschutz stehen. 

Wie jedes Jahr sind derzeit viele Frösche, Kröten und Molche auf Wanderschaft, um von ihren Überwinterungsplätzen im Wald zu den Laichgewässern im Tal zu gelangen. Dort legen sie ihre Eier (den sogenannten Laich) ab, aus dem Kaulquappen schlüpfen, die sich im Laufe des Frühlings und Sommers zu ausgewachsenen Tieren entwickeln.

Bedrohte Amphibienbestände

Amphibien haben komplexe Ansprüche an ihren Lebensraum und sind damit ein guter Indikator für den Zustand unserer Umwelt: Damit es ihnen gut geht, brauchen sie sauberes Wasser, vielfältige und vernetzte Naturräume und ausreichend Insekten als Nahrung. Für Umweltgifte aus Haushalt, Garten und intensiver Landwirtschaft sind sie besonders anfällig, weil sie sie direkt über die Haut aufnehmen. Durch Lebensraumverlust, Wasserverschmutzung, zunehmende Trockenheit infolge des Klimawandels, räuberische Fische, Insektensterben und Verkehr sind die Amphibienbestände weltweit bedroht, und auch Vorarlberg ist hier leider keine Ausnahme. In Feldkirch gibt es jedoch noch einige Orte, an denen vergleichsweise viele Amphibien vorkommen.

Kleine Naturjuwele

Besonders hervorzuheben ist hier der Levner Weiher, der als das bedeutendste Laichgewässer für die seltene Erdkröte im gesamten Talraum Vorarlbergs gilt. Auch in Bangs-Matschels, Tosters-Hub, Sankt Corneli und den Alten Rüttenen gibt es noch Vorkommen, wenngleich auch diese aus den genannten Gründen im Rückgang begriffen sind.

Engagement der Bevölkerung

Seit vielen Jahren koordiniert Barbara Klien mit großem persönlichen Einsatz die Amphibienaktion am Levner Weiher, bei der Dutzende freiwillige Helfer*innen Kröten und Frösche über die Straße tragen und so vor einem möglichen Verkehrstod bewahren. In Tosters-Hub ist Familie Hatzl ebenfalls seit Jahren zum Schutz der Amphibien aktiv. Die Rheticus-Gesellschaft (Richard Werner und Markus Stolze) wiederum setzt jedes Jahr zahlreiche Aktionen zur Bewahrung des Amphibienbestands beim Lehrbiotop Alte Rüttenen.

Ausgesetzte Goldfische

Auch der Wolfgangsbach in Tosters beherbergt Frösche, Kröten und Molche, die dort laichen oder sogar ganzjährig dort leben. Diese sind jedoch durch die gebietsfremden Fische (insbesondere Goldfische), die dort verbotenerweise immer wieder ausgesetzt werden und sich stark vermehren, bedroht. Auf Initiative einer engagierten Gruppe von Anrainer*innen, darunter Rudi Schennach, wird derzeit mit Unterstützung der Stadt – und in Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft – versucht, die Goldfische abzufischen um den heurigen Amphibiennachwuchs zu retten.

Informationen

Was kann jede und jeder einzelne beitragen?

  • Gewässer nicht verunreinigen
  • Amphibienlaich nicht entnehmen, Kaulquappen und erwachsene Tiere nicht beunruhigen oder fangen
  • Keine gebietsfremden Tiere wie Fische oder Krebse einsetzen
  • Während der Zugzeit (März/April) bekannte Zugstrecken wenn möglich meiden oder langsam fahren
  • Amphibienschutzaktionen unterstützen

Wer sich im Amphibienschutz beteiligen möchte, kann jederzeit mit der städtischen Abteilung „Umwelt, Energie und Klimaschutz“ Kontakt aufnehmen: Tel. 05522/304-1451 und 1452 sowie E-Mail: umwelt@feldkirch.at

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