Klimagerechter nachhaltiger Wohnbau

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Kategorie:Aktuell

Die Stadt Feldkirch setzt weitere Maßnahmen, um Emissionen zu reduzieren

Die Klimakrise ist in aller Munde und durch viele Starkwetterereignisse immer wieder spürbar. Aus diesem Grund wird auch im Baugewerbe nach klimaangepassten Lösungen gesucht, die emissionsreduziert und doch wirtschaftlich sind. In einem Forschungsprojekt des Energieinstituts und der Forschungseinrichtung AlpS (Innsbruck) sollte ein Gebäude errichtet werden, welches unter Berücksichtigung energetischer Parameter über den Lebenszyklus (in diesem Fall wurden hierfür 50 Jahre angesetzt) das wirtschaftlichste ist.

Auch die Arbeiterkammer hat dieses Projekt mitunterstützt, insbesondere um zu erfahren, welche energetischen Kriterien für Mieter überhaupt leistbar sind. Nach etwa dreijähriger Forschungsarbeit konnte durch die Vogewosi das Pilotprojekt KliNaWo (Klimagerechter Nachhaltiger Wohnbau) – ein Mehrfamilienwohnhaus mit 18 Wohneinheiten und einem Gemeinschaftsraum in Feldkirch Tosters – im Herbst 2017 fertiggestellt werden.

Was ist kostenoptimiertes Bauen?

Um der Sache auf den Grund zu gehen, wurden in diesem Projekt verschiedenste energetische Qualitäten untersucht, berechnet und ausgeschrieben. Mit den tatsächlichen Angebotspreisen, den zugehörigen berechneten Energieverbräuchen, Wartungskosten und den im Lebenszyklus erforderlichen Ersatzinvestitionen wurden die Lebenszykluskosten von insgesamt 60.000 Varianten berechnet. Nach diesen Berechnungen haben sich etwa 600 Varianten als kostenoptimal erwiesen. Errichtet wurde schließlich eine Variante mit Ziegel und 24 cm Wärmedämmverbundsystem und Holz-Alu-Fenstern, mit sehr guter Dämmung am Dach und im Erdreich sowie einer zentralen Abluftanlage mit Lüftungsschlitzen in der Außenwand. Die Wärme für Wasser und Heizung wird mit einer Sole-Wärmepumpe erzeugt, welche durch eine große thermische Solaranlage am Dach unterstützt und mittels Fußbodenheizung in den Wohnungen verteilt wird. Zur Speicherung der Wärme wurde ein rund 6.700 Liter großer und über zwei Stockwerke reichender Pufferspeicher installiert.

Trotz der hochwertigen Gebäude- und Haustechnikkomponenten konnten die für die Wohnbauförderung maximalen Errichtungskosten um etwa 240 Euro je Quadratmeter unterschritten werden. Selbst die tatsächlich abgerechneten Kosten unterschritten jenen Wert der Berechnung um 130 Euro je Quadratmeter. Davon profitierten auch die Mieter in Form einer Mietpreisreduktion. 

Der gute energetische Standard ist ein wesentlicher Faktor für die Leistbarkeit des Wohnens. So liegen die Betriebskosten für Warmwasser und Heizen im beschriebenen Projekt bei nur 16 Euro pro Monat für eine etwa 75 Quadratmeter große Wohnung. Das entspricht etwa 21 Cent pro Quadratmeter Wohnfläche.

Besserer energetischer Standard

Somit ist wissenschaftlich belegt, dass sich leistbares Wohnen und ein hoher energetischer Standard nicht widersprechen. Es ist sinnvoll, nicht nur die Errichtungskosten zu betrachten, sondern auch die Betriebskosten im Lebenszyklus.

Auch deshalb haben die Gemeinden Feldkirch, Bregenz, Bludenz, Wolfurt, Mäder, Rankweil, Nüziders, Schnifis, Göfis, Schwarzach, sowie die Baurechtsverwaltung Bregenzerwald, der Regio Biosphärenpark und der KEM Biosphärenpark Großes Walsertal einen besseren energetischen Standard für die neue Bautechnikverordnung gefordert, als dieser derzeit für die Novelle im Herbst angedacht wird.

Taten sprechen lassen

Die Stadt Feldkirch ist bestrebt, ihre Emissionen zu reduzieren und setzt immer wieder Maßnahmen in die richtige Richtung, wie auch dieses Beispiel zeigt. Die Abteilung Umwelt, Energie und Klimaschutz im Rathaus beschäftigt sich eigens damit, umwelt- und klimarelevante Belange der Stadt zu vertreten und unterstützt auch die anderen Abteilungen der Stadt dabei, diese Themen in ihre Arbeitsbereiche zu integrieren.

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