Aktuelle Ausstellungen
Jahresthema 2026
Das Jahresprogramm 2026 im Palais Liechtenstein Feldkirch steht unter dem Titel „SPEKTRUM Freiheit“. Ausgangspunkt ist der Feldkircher Freiheitsbrief von 1376, der vor 650 Jahren den Bürger:innen besondere Rechte gegenüber dem Hause Habsburg einräumte und damit einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Stadt darstellt.
Am 17. Dezember 1376 stellte Graf Rudolf V. von Montfort den Feldkircher Freiheitsbrief aus. In neun Paragraphen gewährte er den Bürger:innen weitreichende Rechte und sicherte ihnen Mitbestimmung sowie bestehende Privilegien zu. Besonders bemerkenswert war das Recht auf die freie Wahl des Stadtammanns, das den Einfluss des Stadtherrn einschränkte und ein frühes Beispiel bürgerlicher Selbstverwaltung darstellt. Auch bei einem Herrscherwechsel mussten die Rechte der Bürger:innen zunächst bestätigt werden, bevor ein neuer Stadtherr den Treueeid erhielt.
Der Freiheitsbrief prägte das politische und gesellschaftliche Leben der mittelalterlichen Stadt nachhaltig und gilt als Ausdruck eines frühen Verständnisses von Freiheit, Mitbestimmung und Verantwortung. Diese historische Grundlage bildet den Ausgangspunkt für das Jahresthema 2026.
Von diesem Dokument ausgehend widmet sich das Palais Liechtenstein dem Thema Freiheit in seinen vielfältigen Facetten. Ausstellungen, Gespräche, Workshops, ein Symposium, ein Salon sowie Schätze aus Archiv und Bibliothek treten in einen lebendigen Dialog. Kooperationen mit unterschiedlichen Partner:innen erweitern den Horizont und eröffnen neue Perspektiven auf historische und aktuelle Fragen von Freiheit.
Das Palais Liechtenstein versteht sich dabei als offener Ort der zuhört, Impulse aufnimmt und Gedanken freisetzt. Das Jahresthema „SPEKTRUM Freiheit“ lädt dazu ein, Freiheit als vielschichtiges und zeitloses Thema zu entdecken und neu zu denken.
Wo wir uns begegnen
Kompromisslos und obsessiv, mutig und leidenschaftlich, berührend und verstörend – rund 100 Werke aus Malerei, Skulptur, Installation, Fotografie und Video von über 30 Feldkircher Künstler:innen verdeutlichen die Vielfalt an Themen und Ausdrucksformen, die in den letzten 100 Jahren hervorgebracht wurden. Internationale und regionale Einflüsse sowie gesellschaftliche Umbrüche und lokale Ereignisse spiegeln sich in der Ausstellung wider. Die Schau präsentiert sowohl vertraute als auch unerwartete Kunstwerke und macht Feldkirch als lebendigen Ort für Kunst, Kunstproduktion und kulturelle Vielfalt eindrucksvoll erlebbar.
Die Stadt Feldkirch hat das besondere Glück, dass sich in ihrem Umfeld immer wieder Charaktere herausgebildet haben, die über Jahrzehnte ihre Obsession gesucht und gelebt haben. Solche Auseinandersetzungen sind unweigerlich ein Ausloten des Begegnens und Zusammenlebens in einer Gemeinschaft. Im Jubiläumsjahr der Stadt Feldkirch, in dem sich die Eingemeindung der umliegenden Gemeinden zur Stadt Feldkirch 100 Jahre jährt, beschäftigt sich die Stadt mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Trotz der Pluralität, die einem bei dem kühnen Versuch einer Verortung der Kunst der letzten 100 Jahre in Feldkirch begegnet, lassen sich innerhalb dieses Geflechtes zentrale Themen erkennen. Es sind die kompromisslose Hingabe an die Kunst, die stete Suche nach Bezügen zur politischen und sozialen Realität, die große Leidenschaft für Positionen abseits des Mainstreams und die Nähe zur (Natur)Wissenschaft, die den gezeigten Künstlerpersönlichkeiten gemeinsam sind.
Diese zentralen Themen lassen sich in 9 Ausstellungskapiteln beobachten:
- Aktuelle Tendenzen – Hier und Jetzt
- Echo der Zeiten – Vergangenheit trifft Gegenwart
- Karl Schimper – Fotografie und Dokument
- Eugen Steck – Astronomie und Kunst
- Anne Marie Jehle – Zensur und Rebellion
- Max Riccabona und Franz Amann – Collage und Vergängliches
- Melanie Ebenhoch – Illusion und Kulisse
- Nature! – Sehnsuchtsort und Ressource
- Fotografische Erzählungen einer Stadt – Menschen und Momente
Beteiligte Künstler:innen der Gruppenausstellung:
Uwe Jäntsch, Christoph und Markus Getzner, Franz Amann, Johannes Ludescher, Ruth Schnell, Gerold Tagwerker, Gerold Hirn, Melanie Ebenhoch, Martin Häusle, Aldo Jahn, Gustl Meyer, Eugen Jussel, Norbert Grebmer, Hubert Profeld / Pery de R. Folp, Erich Ess, WolfGeorg, Rainer Rainer, Herbert Fritsch, May-Britt Nyberg, Karl Schimper, Eugen Steck, Anne Marie Jehle, Max Riccabona, Melanie Ebenhoch, Barbara Husar, Alfred Graf, Harald Gfader, Franz Huemer, Friedrich Fels, Nikolaus Walter, Sepp Dreissinger, Cornelia Hefel, Erika Kronabitter, Katharina Pfleger-Siess, Caroline Ramersdorfer
Die Ausstellung wurde kuratiert von Bianca Maria Rovetta und Arno Egger.
Informationen
- Ausstellungsdauer: 27. Februar 2025 bis 9. Jänner 2027
Die Stadt Feldkirch dankt den Kooperationspartner:innen Schattenburgmuseum Feldkirch, vorarlberg museum, Kunstmuseum Liechtenstein, Mezzanin Stiftung für Kunst und Galerie Brugger sowie privaten Leihgeber:innen. Die Ausstellung sowie das Jubiläumsprogramm Feldkirch einhundert finden mit großzügiger Unterstützung der Raiffeisenbank Montfort statt.
Kunstankäufe Land Vorarlberg 2025
Seit 1974 baut das Land Vorarlberg seine Sammlung zeitgenössischer Kunst kontinuierlich aus. 2025 ergänzten Anne Zühlke und Simeon Brugger in ihrem ersten Jahr als Ankäufer:innen Werke von zehn Künstler:innen und einem Künstler:innen-Duo. Bereits zum 10. Mal werden die jährlichen Neuerwerbungen mit einer Ausstellung öffentlich zugänglich gemacht.
Werke folgender Künstler:innen werden ausgestellt:
Franz Amann, Hubert Dobler, Katharina Fitz, Marbod Fritsch, Michaela Kessler, Christoph Lissy, Paul Mittler, Sabine Morgenstern, David Murray, Klara Vith, Wiener Times
Informationen
- Ausstellungsdauer: 6. Februar bis 4. April 2026
In Kooperation mit der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg, dem vorarlberg museum und der Raiffeisenbank Montfort