Vorträge 500 Jahre St. Annenaltar

Palais Gespräche

Jeweils an einem Donnerstag um 18 Uhr im Palais Liechtenstein werden Vorträge rund um Leben, Werk und Zeit des Wolf Huber angeboten.

Mag. Julia Zaunbauer: „Erworben als Altdorfer“ – Die Landschaftszeichnungen Wolfgang Hubers

Wann: 10. Juni 2021, 18 Uhr

Wolfgang Huber ist ein Pionier der autonomen Landschaftsdarstellung. Gemeinsam mit Albrecht Altdorfer gilt er als Erfinder dieses Genres. Gerade die Landschaftszeichnungen Hubers zeigen eine sehr klare Handschrift, einen äußerst eigenständigen Stil, der sich von jenem Altdorfers deutlich unterscheidet. Dennoch gelangten die Blätter noch bis ins 20. Jahrhundert als Werke Altdorfers in die musealen Sammlungen – der Künstler Wolf Huber musste erst noch entdeckt werden.

 

Werner Gerold: Die Originalwerke von Wolf Huber in der Ausstellung – Hintergründe, Vergleiche und Interpretationen

Wann: 17. Juni 2021, 18 Uhr

Die Ausstellung zu Wolf Huber sieht sich mehr als Wissens- denn als Kunstausstellung. Trotzdem können Sie sich freuen, im Palais Liechtenstein von den insgesamt 13 Holzschnitten von Wolf Huber sieben Original-Arbeiten zu sehen, die es wert sind, ein wenig genauer betrachtet zu werden. Inhaltliche Hintergründe sowie die künstlerische Umsetzung werden ausgeleuchtet und mit Arbeiten von anderen Künstlern seiner Zeit zum selben Thema verglichen.

Manfred A. Getzner: Die aufregende Geschichte des Annenaltars 

Wann: 24. Juni 2021, 18 Uhr

Der Annenaltar von Wolf Huber blickt auf eine aufregende Geschichte zurück. Sie reicht über fünf Jahrhunderte von der Entstehung und ersten Aufstellung im Dom über Verkauf und Vergessen bis hin zur sensationellen Wiederentdeckung der Flügelgemälde im Kloster Riedenburg. Manfred Getzner erzählt im Gespräch mit Hans Gruber von den atemberaubendsten Momenten dieser Geschichte und rekonstruiert die historischen Hintergründe.

 

Dr. Susanne Jaeger: Der Bildschnitzer IP und Wolf Huber. Spuren einer künstlerischen Zusammenarbeit in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Wann: 26. August 2021, 18 Uhr

Der Maler und Architekt Wolf Huber war Hofkünstler des Passauer Fürstbischofs in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts.  Nicht nur am Feldkircher Altar arbeitete er eng mit einem Passauer Bildschnitzer zusammen. Die Identität dieses Bildschnitzers ist bis heute nur durch die beiden Initialen IP überliefert, mit denen er einige seiner Werke signierte. Das vielfältige Werk des Bildschnitzers mit scheinbar großen qualitativen Unterschieden ist bis heute umstritten. Nachweisen kann man allerdings, dass er und Wolf Huber dieselben Mustervorlagen und grafischen Blätter benutzten - der eine für die Malerei, der andere für die Skulptur. Auch eine Vorliebe für die norditalienische Kunst und Architektur findet sich bei beiden. Der Vortrag lädt ein, diesen Werkverbindungen nachzugehen, ihre Bezüge zur norditalienischen Kunst zu entdecken und zu diskutieren.

 

Dr. Hans Gruber: Die Renaissance und der Beginn der Moderne. Vom theologischen Absolutismus zur humanen Selbstbehauptung

Wann: 9. September 2021, 18 Uhr

Sprechen wir von der Renaissance, haben wir unübertroffene Kunstwerke vor Augen, gelehrte Humanisten und machtbewusste Renaissance-Menschen. Aber in dieser Epoche wurden auch Denk- und Anschauungsweisen geschaffen, die bis heute nachwirken. Es galt, die Welt und den Menschen zu entdecken. Perspektive, Individualismus, Säkularisierung sind nur einige Schlagworte und Konzepte, die selbst unsere Gegenwart noch prägen.

Hans Gruber spürt der Legitimität dieser Renaissance nach. Vor dem Hintergrund des Wolf-Huber-Gedenkjahres versucht er, die Wurzeln der Moderne freizulegen. (Veranstaltung in Kooperation mit der Rheticus-Gesellschaft)

 

Msgr. Rudolf Bischof: Die Gemälde des St. Annenaltars

Wann: 16. September 2021, 18 Uhr

Hinter jedem Bild steht eine Geschichte des Entstehens, eine Aussage und eine Absicht. Die Bilder des Annenaltars sind in einer Zeit der Übergänge entstanden, im Umbruch von der Gotik zur Renaissance, in der Zeit der Reformation, der Entdeckungen und der Veränderung des Weltbildes. Auf diesem Hintergrund dürfen wir den Inhalt jedes einzelnen Bildes betrachten und für das Heute deuten. 

 

Dr. Erwin Pokorny: Wolf Hubers expressive Physiognomien   

Wann: 23. September 2021, 18 Uhr 

Wolf Huber hat mehrere Zeichnungen mit grotesken Köpfen und ausdrucksstarken Porträts hinterlassen. Die überwiegend mit Kreiden gefertigten Blätter besitzen die gleiche schwungvoll bewegte Expressivität wie seine Landschaften, Bäume und menschlichen Körper. Was steckt hinter diesem Stil? Wie könnte Huber dorthin gelangt sein?

 

Alexandra Zittier-Summer: Bartholomäus Bernhardi: Aufbruch in eine neue Zeit

Wann: 7. Oktober 2021, 18 Uhr

Sie kamen aus Vorarlberg, waren fast gleichaltrig und zogen schon in jungen Jahren in die Ferne, wo sie im kirchlichen Umfeld Karriere machten – begegnet sind sich Wolf Huber und Bartholomäus Bernhardi nie. Dafür weist der Lebensweg des Theologen, der vor 500 Jahren als erster Priester öffentlich heiratete und damit als Begründer des evangelischen Pfarrhauses in die Annalen einging, viele Parallelitäten zur Vita Martin Luthers auf. Der gebürtige Schlinser wirkte neben seinem Bruder Johannes, dem Feldkircher Johannes Dölsch und Lucius Matt aus Bludenz an der Universität Wittenberg im engsten Umfeld des Reformators, der seinen Weggefährten rühmte: „Einzigartig war mein Schüler, der Propst von Kemberg“. Vor dem Hintergrund des Reformationsgeschehens wird Bernhardis Werdegang und Vermächtnis beleuchtet. Mit einführenden Worten durch die Theologin und evangelische Pfarrerin Dr. Margit Leuthold.

 

Mag. Harald Kufner: Stadt und Schloss Feldkirch in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts

Wann: 14. Oktober 2021, 18 Uhr

In der spannungsreichen Stadtgeschichte Feldkirchs spiegeln sich die großen politischen und gesellschaftlichen Konflikte der ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts wider (z. B. die Reformation und der Bauernkrieg, die Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern einerseits und dem französischen König sowie den Eidgenossen andererseits). 

Es werden in diesem Vortrag Einblicke in die städtische Verwaltung, die innerstädtischen Ordnungsfunktionen, in die damals geltenden Rechtsverhältnisse und in die stark ausdifferenzierte städtische Gesellschaft vermittelt. Thematisiert werden auch die Wechselbeziehungen zwischen den damaligen Herrschaftsträgern und den Stadtvertretern. So wird anhand von Einzelbeispielen das Autonomiebewusstsein des städtischen Bürgertums gegenüber König Ferdinand I. und seinen Regierungsbehörden gezeigt, der die Zentralverwaltung in seinen Herrschaftsterritorien nach dem Ableben Kaiser Maximilians I. zu intensivieren suchte. In Anbetracht dessen finden u. a. auch obrigkeitliche Maßnahmen zur Förderung der örtlichen Wirtschaft und zur militärischen Sicherung Feldkirchs im Vortrag Beachtung.

 

Dr. Sabine Haag im Gespräch 

Wann: 21. Oktober 2021, 18 Uhr

Dr. Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums Wien, führt ein Gespräch mit Dr. Hans Gruber zu Aspekten der Museologie. Was zeichnet die Arbeit eines Museums im 21. Jahrhundert aus? Welche gesellschaftliche Relevanz kommt Museen heute zu? Welche Aufgaben müssen sie leisten? Gibt es eine Philosophie des Sammelns? Und welche Rolle spielt Wolf Huber in einer der prestigeträchtigsten Kunstsammlungen der Welt?

 

Werner Gerold: Die Beweinung Christi – Wolf Hubers Beitrag in der Geschichte der Kunst

Wann: 11. November 2021, 18 Uhr

Die „Beweinung Christi“ ist das zentrale Gemälde des St. Annenaltars von Wolf Huber, das es wert ist, sich ein wenig genauer anzusehen. Bei dem Vortrag soll herausgearbeitet werden, wo die besonderen Qualitäten dieses Werkes liegen, wie sich die Darstellung der Beweinung in der Kunstgeschichte entwickelte und welche großartigen Künstler dieses Thema künstlerisch umsetzten: Giotto, Botticelli, Dürer, Grünewald, … – und Wolf Huber.