Zusammenarbeit
Die Stadt Feldkirch und die Mobilfunkbetreiber erarbeiteten bereits im Zuge des Aufbaus der derzeitigen GSM (Global System for Mobile Communication)-Netze im Jahr 1999 eine grundsätzliche koordinierte und gemeinsame Vorgehensweise, mit dem Ziel, die vorhandenen Sendestandorte optimal zu nutzen und gleichzeitig die Beeinträchtigung des Ortsbildes so gering wie möglich zu halten.
Vertreter der Stadt Feldkirch, der Stadtwerke Feldkirch sowie der Mobilfunkbetreiber und des Forum Mobilkommunikation (FMK) erarbeiteten ein Standortkonzept für Sendeanlagen,, das eine funktionierende Versorgung mit Mobilfunkdiensten ermöglichte und gleichzeitig auf das Ortsbild entsprechend Rücksicht nahmen. Diese Zusammenarbeit im Rahmen einer Arbeitsgruppe hatte sich bewährt, da alle Entscheidungen letztlich einvernehmlich getroffen wurden.
Der Aufbau der neuen UMTS-(Universal Mobile Telecommunication System)-Netze stellte die Stadt Feldkirch vor neue Herausforderungen. Mit UMTS sind viele neue Anwendungen, wie etwa mobiles Breitbandinternet oder Videotelefonie, möglich. Für den Aufbau und Betrieb dieses Netzes werden auf Grund der kleineren „Zellstruktur“ teilweise mehr Sendeanlagen benötigt als bei GSM.
Der Vertreter der Stadt und Stadtwerke Feldkirch befassten sich im Jahr 2004 mit der Frage einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung durch UMTS-Funkwellen. Auf Grundlage der Beratungen empfahlen diese Vertreter beim Aufbau der UMTS-Netze in Feldkirch das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Vorsorgeprinzip anzuwenden. Dadurch soll – ungeachtet wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Mobilfunk sind – sichergestellt werden, dass mit den geringsten technisch erforderlichen Sendeleistungen eine Versorgung des gesamten bebauten Stadtgebiets gewährleistet wird, in dem mit einer Nachfrage an UMTS-Diensten gerechnet wird.
Die Errichtung der UMTS-Netze erfolgte so wie beim GSM-Netz in enger Koordination zwischen den Vertretern der Stadt, der Stadtwerke sowie den Mobilfunkbetreibern und dem FMK.Zu Beginn der Netzplanung zeigte jeder Mobilfunkbetreiber auf, in welchem Bereich („Suchkreis“) ein UMTS-Sender platziert werden muss, damit ein Grundnetz mit regelmäßiger Zellstruktur und damit möglichst gleichmäßiger Versorgung entstehen kann. Im Anschluss daran erfolgte dann eine gemeinsame Evaluierung des vorgeschlagenen Senderstandortes. Dabei wurde so wie bisher entsprechend Rücksicht auf das Ortsbild genommen, zusätzlich prüfte man, ob der Sendestandort auch den Empfehlungen der WHO entspricht.
Beim Betrieb der UMTS-Netze werden nur die geringsten technisch erforderlichen Sendeleistungen eingesetzt, ohne dass bei der Versorgungsqualität beträchtliche Einbussen in Kauf genommen werden müssen. Dieser kleinste gemeinsame, aber für alle Beteiligten sicher umsetzbare Nenner ist eine zukunftsfähige Basis für eine Zusammenarbeit. Auf eine zahlenmäßige Definition eines „Feldkircher Vorsorgewertes“ analog anderen Vorsorgewerten wurde bewusst verzichtet.
Nach einem mehrmonatigen, arbeitsintensiven Abstimmungsprozess haben nun die Mobilfunkbetreiber eine Standortplanung ausgearbeitet. Alle in dieser Standortplanung berücksichtigten UMTS-Sendestationen wurden im Rahmen der Arbeitsgruppe Mobilfunk überprüft, ob der jeweils gewählte Standort auch anhand der anfangs gemeinsam festgelegten Kriterien tatsächlich geeignet ist.
Konkret wurde geprüft, ob:
- bereits bestehende Trägerstrukturen oder Standorte verwendet werden können,
- die Antennen in einer gewissen Mindesthöhe montiert werden,
- ob mit dem gewählten Standort eine zufriedenstellende Versorgung bei geringster technisch erforderlicher Sendeleistung erzielt werden kann
- der gewählte Standort aus der Sicht des Ortsbildes zu vertreten ist.
