Gemeinsame Raumplanung

Derzeit ist das Thema „Raumplanung“ in aller Munde. Die Standpunkte sind unterschiedlich, aber in einem Bereich sind sich alle einig: Boden ist kostbar und wird immer rarer. Umso wichtiger erscheint es, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, um zukunftstaugliche Lösungen zu finden, wie mit Grund und Boden künftig umgegangen wird.

Feldkirch hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stetig bemüht, eine aktive Rolle in der Gestaltung des Lebensraumes einzunehmen. Dass dieser eingeschlagene Weg richtig war, zeigt unter anderem die große Zufriedenheit der Feldkircherinnen und Feldkircher mit ihrem Lebensraum. 97,9 Prozent sind mit der Lebensqualität in der Stadt sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden. Topografisch betrachtet befinden sich 30 Prozent aller Flächen in Feldkirch in Hang- und Hügellagen. Das entspricht einer absoluten Fläche von rund 1.020 Hektar. 25,8 Prozent des Lebensraumes in Feldkirch sind als Siedlungsgebiet Bauland gewidmet. Von der gesamten städtischen Siedlungsfläche sind derzeit 32 Prozent unbebaut. Wichtige Baureserven, wie Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold betont: „Diese 2.573.000 m2 würden bei einer gleichbleibenden Bebauungsdichte Raum für zirka 15.000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner bieten.“ Schwierig gestaltet es sich, ausreichend Grund für öffentliche Nutzungen zu aktivieren. Dies liegt einerseits an der Gesetzeslage und andererseits an den hohen Preisen, die für Grundstücke mittlerweile bezahlt werden müssen.
„Trotzdem hat sich in den letzten Jahren innerhalb der Stadtgrenzen viel bewegt. Bebauungspläne wurden überarbeitet, Baudichten festgelegt, das Räumliche Entwicklungskonzept und der Stadtentwicklungsplan werden überarbeitet und ein Energiemasterplan wurde erstellt“, zählt Berchtold auf.

Festlegung von Baudichten
Regulierende Maßnahmen schränken nicht nur ein, sondern sind auch nützliche Steuerungsinstrumente für Städte und Gemeinden. Dies gilt beispielsweise für Bebauungspläne und die Festlegung von Baudichten. Dies zeigt sich in Feldkirch unter anderem bei der Cityerweiterung in Richtung Bahnhof oder den Gebäuden entlang von Landesstraßen, für die Mindestbaudichten und Mindestgeschosshöhen definiert wurden.

Den Blick nach vorne gerichtet
Das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) und der Stadtentwicklungsplan (STEP) haben die Entwicklung der Stadt in den letzten 20 Jahren qualitätsvoll gesteuert. Erstmals wird aktuell die Strategie für die Stadtentwicklung und die Bodenpolitik in einem gemeinsamen Prozess überarbeitet. „Bei diesen Überlegungen sollte nicht an den Gemeindegrenzen Halt gemacht werden, denn eine der wichtigsten Kooperationen wäre jene in der Raumplanung. Wenn wir dieses Ziel erreichen, würde sich so manche Diskussion in den Bereichen Betriebsgebiete oder Verkehrserschließung erübrigen“, ist Berchtold überzeugt.

Gemeinsame Zielrichtung
Die Ansprüche auf Grund und Boden sind komplex und vielschichtig. Es ist ein Geflecht aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Bedürfnissen und Wünschen. Ein Blick auf die Entwicklung von Wohnungs- und Grundstückspreise genügt, um zu veranschaulichen, wie die Konkurrenz um Grund und Boden immer härter wird. „Deshalb bauen wir darauf, die künftige Zielrichtung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu definieren. Interessenskonflikte sollen deutlich gemacht und gemeinsam abgewogen werden. Das ist für die langfristige Entwicklung der Stadt, aber auch der Region notwendig“, erläutert Berchtold. Im Rahmen der breit angelegten Bürgerbeteiligung bei der Erarbeitung des neuen STEP/REK wird genau das umgesetzt. 4.000 Fragebögen wurden an die Feldkircherinnen und Feldkircher versandt, Zukunftswerkstätten und eine Onlinebeteiligung durchgeführt. 

„Speziell die Bodennutzung sollte gemeinsam mit der Region und dem Land Vorarlberg abgestimmt sein. Gemeinsame Regeln sollen verfolgt und stets das Gemeinwohl im Blick behalten werden“, würde sich Bürgermeister Berchtold für die Zukunft wünschen.

 

Zahlen und Fakten
Raumnutzung in Feldkirch
• Siedlungsgebiet Bauland: 25,8 %
• Siedlungsgebiet Betriebsgebiet: 2,5 %
• Verkehrsflächen: 5,0 %
• Landwirtschaftsfläche: 16,2 %
• Freihaltefläche: 10,4 %
• Waldfläche: 35,3 %
• Sonderflächen: 1,9 %
• Gewässer: 2,8 %

30 Prozent aller Flächen in Feldkirch befinden sich in Hang- und Hügellagen, dies entspricht einer absoluten Fläche von rund 1.020 Hektar.

 

Bilder
Weitblick und gemeinsame Anstrengungen sind im Bereich Raumplanung auch künftig gefragt. Foto: Nik Skorpic Weitblick und gemeinsame Anstrengungen sind im Bereich Raumplanung auch künftig gefragt. Foto: Nik Skorpic
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