Vermüllung ist strafbar

Viele Menschen ärgern sich täglich darüber, Umwelt und Natur leiden darunter und es verursacht immense Kosten: Die Rede ist von achtlos weggeworfenen Abfällen, dem so genannten „Littering“. Feldkirch hat in der letzten Stadtvertretungssitzung einstimmig eine Verordnung erlassen, die eine Strafmöglichkeit für Abfallsünder vorsieht.

An sich würde man meinen, es sei klar und selbstverständlich: Abfälle gehören an den richtigen Platz und nicht einfach weggeworfen. Die Vermüllung von öffentlichen Plätzen, Straßen und Wegen sowie das achtlose Wegwerfen von Abfall an Bushaltestellen, in den Naherholungsgebieten und bei öffentlichen Spielplätzen gehören in Feldkirch mittlerweile leider zum alltäglichen Bild.

Bewusstseinsbildung zu wenig
Seit Jahren ist Feldkirch bemüht, den achtlos weggeworfenen Unrat mit der notwendigen Infrastruktur sowie durch regelmäßige Reinigungsintervalle zu verringern und zu beseitigen.
Auch Bewusstseinsbildung durch die aktive Mitwirkung an landesweiten Littering-Kampagnen (gelbe Pfeile), Artikel in den städtischen Medien und auf der Homepage haben nicht in gewünschtem Ausmaß gefruchtet. 
Mehr als 500 öffentliche Abfalleimer befinden sich im Stadtgebiet von Feldkirch und stehen für Straßenabfälle zur Verfügung. Trotzdem müssen täglich zwölf Mitarbeiter des Bauhofs den Müll, der achtlos weggeschmissen wird, aufsammeln.

Die größten Problemfelder
• Zigarettenstummel auf den gepflasterten Plätzen müssen mühevoll händisch aus den Fugen geklaubt werden.
• Durch Aludosen in Wiesen kommen immer wieder Alusplitter ins Futter, wodurch Kühe und Kälber verenden.
• Bei Sitzbänken und Bushaltestellen werden Speiseverpackungen achtlos liegen gelassen.
• Straßenlittering: Abfälle werden achtlos aus dem Auto geschmissen.
• Hausmüll wird illegal in öffentlichen Abfalleimern entsorgt.
• Ablagerungen bei Altstoffsammelstellen gehören mittlerweile zum täglichen Ärgernis.

Mehr Kontrolle und Strafen
Vor allem gegen jene Menschen, die das Wegwerfen von Abfällen als Kavaliersdelikt sehen, richtet sich die neue „Littering-Verordnung“. Werden Abfallsünder beim Wegwerfen von Abfällen auf frischer Tat ertappt, können sie von den zuständigen Organen angehalten werden. Nehmen sie ihren Abfall wieder auf und entsorgen ihn richtig, bleibt es bei einer Ermahnung. Ansonsten wird eine Organstrafe zum sofortigen Bezahlen verhängt. 
Bei schwerwiegenden Verstößen beträgt der Strafrahmen bis zu 7.000 Euro. 
Dazu Vizebürgermeister Wolfgang Matt: „Wünschenswert wäre es gewesen, wenn die Verursacher durch Appelle und gezielte Öffentlichkeitsarbeit eines Besseren belehrt werden hätten können. Leider hat das trotz jahrelanger Anstrengungen nicht gefruchtet. Deshalb wurde nun die Littering-Verordnung beschlossen.“
Die Verordnung ist mit 1. August 2018 in Kraft getreten.

Fakten
• Alleine die unsachgemäßen Ablagerungen bei den öffentlichen Altstoffsammelinseln belaufen sich auf 104 Tonnen pro Jahr. 
• Im Jahr 2017 wurden rund 900.000 Euro für das Sauberhalten von öffentlichen Straßen und Plätzen aufgewendet – ein beträchtlicher Teil davon ist auf Littering zurückzuführen.

 

Bilder
Vermüllung ist seit August 2018 strafbar. Darauf haben sich Städte und Kommunen gemeinsam mit dem Umweltverband geeinigt. Foto: Umweltverband Vorarlberg Vermüllung ist seit August 2018 strafbar. Darauf haben sich Städte und Kommunen gemeinsam mit dem Umweltverband geeinigt. Foto: Umweltverband Vorarlberg
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