Johanniterkirche Feldkirch
Nachdem die Johanniter fortgezogen waren, wurden die Baulichkeiten in eine Kirche umgewandelt; zuerst romanisch, später gotisch - schlussendlich soll sie einmal zu den schönsten Barockkirchen Vorarlbergs gehört haben. Die Napoleonischen Kriege brachten Zerstörung. Aus der Kirche wurde ein Pferdestall oder ein Salzlager. In der Mitte des 19. Jahrhunderts übernahmen die Jesuiten das Gotteshaus. Aus dieser Zeit stammen die drei Altäre.
Vor nunmehr rund 20 Jahren begann das Bundesdenkmalamt mit den Ausgrabungen, denn gesucht wurde das Grab des Grafen Hugo von Montfort. Gefunden wurde es nicht. Sodann blieb die Kirche geschlossen.
Seit zwölf Jahren nun wird sie für die Präsentation künstlerischer Installationen genützt. Ziel von Kuratorin Eva Jakob ist es drei Dinge zu berücksichtigen:
1. Die Würde/Atmosphäre des Raumes
2. Den Blick in die Vergangenheit
3. Die zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung
mit beiden Komponenten.
Ziel ist es zudem bei vier Ausstellungen pro Jahr zwei einheimische und zwei internationale KünstlerInnen zu berücksichtigen.
Im Jahre 2009 konnten 39.795 BesucherInnen gezählt werden.
Philippe Arlaud und Florence Grandidier
Licht der Erinnerung
Vernissage:
Donnerstag, 15. April, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer:
16. April bis 12. Juni 2010
Johanniterkirche Feldkirch
Religion kommt vom lateinischen „religere“, was soviel wie „verbinden“ bedeutet. Und was der Mensch verbindet, Orte, Personen, Ereignisse, bezeichnen wir gemeinhin als Gedächtnis. In unserer immer schnelllebigeren Welt hat Gedächtnis zunehmend weniger Platz, ebenso wie Spiritualität. Menschen verraten sich selbst, indem sie ihre Geschichte, ihr Gedächtnis vergessen. Die Erscheinungen unserer modernen Konsumgesellschaft tun dazu ein Übriges – Kunst und Künstler hingegen erschaffen Gedächtnis.
Betrachten wir unsere großen Mythen: Orpheus, Faust, Ödipus, Elektra, Buddha, das letzte Abendmahl. . . nehmen wir uns Zeit, blicken wir tief in uns selbst: vor uns die Bilder unserer Vorfahren, wann haben wir ihre Spuren verloren?
Warum wurden in dieser Kirche Grabungen durchgeführt? Vielleicht um das, was wir aus dem Gedächtnis verloren haben, wieder zu finden? In die Dunkelheit dieser Kirche laden wir Sie ein, ein bisschen Licht, ein bisschen Spiritualität und vielleicht ein bisschen von sich selbst wieder zu finden. Entdecken Sie das Band, das uns verbindet, jenseits des Glaubens, der Herkunft, der Klasse, des Alters und der Zeit!
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 10 bis 12 Uhr, 15 bis 18 Uhr
Samstag 10 -bis 14 Uhr
