Musikhistorische Dokumente

... wie das Konzertprogramm zu Mozarts hundertjährigem Geburtstag (1856)

Feldkircher Liedertafel 1912
S-w-Fotographie, gerahmt, 36x44 cm
Musiksammlung, Archiv und Musikbibliothek Liedertafel
Bereits um 1840 gab es in Feldkirch eine Sängergesellschaft, die 1843 am Eidgenössischen Sängerfest in St. Gallen teilnahm. 1862 erfolgte auf Initiative des Musikdirektors Philipp Schmutzer im Gasthaus zum Ochsen die Gründung des Vereins „Feldkircher Liedertafel“.   Bis zum ersten Weltkrieg war seine Geschichte von Erfolgen, aber auch von Durststrecken gekennzeichnet. Zu seinen namhaften „Chormeistern“ gehörten Philipp Schmutzer, Karl Metz, Ferdinand Andergassen.  1920/21 wurde ein Hausorchester der Liedertafel begründet, das sich 1926 mit dem Musikvereinsorchester zusammenschloss. Zu den herausragenden Veranstaltungen zählt im Jahre 1927 die Feldkircher Musikwoche, die im Zeichen des 100. Todestages von Ludwig van Beethoven stand, und auch das Jubiläumskonzert 1962.
Archivalien in der Musiksammlung: Notendrucke und Handschriften 19. u. 20. Jahrhundert, Ausgaben für Männerchor; Fotos, Musikalienverzeichnisse u.a.
Literatur:  Heinz BILZ, Aus der Chronik der Feldkircher Liedertafel. In: 100 Jahre Feldkircher Liedertafel. 100 Jahre Vorarlberger Sängerbund. Bregenz 1962, S. 20-28

Ehrendiplom der Feldkircher Liedertafel 1864
Ehrendiplom für Josef Lindner mit Abbildung des Vorstandes umrahmt von einer Federzeichnung. Unbekannter Künstler
s-w-Fotographie, gerahmt, 48,5x34 cm
Musiksammlung, Archiv und Musikbibliothek Liedertafel 

Ehrenurkunde des Musikverein Gisingen 1931
Ehrenurkunde für Ferdinand Juen 15.11.1931. Künstler: F.Sch.W.Nr.12 – O. Bosch, Feldkirch
Kolorierte Lithographie, gerahmt, 72,5x56 cm (Rahmen beschädigt)
Musiksammlung, Bestand Musikverein Gisingen

Vereinsauflösungen, Umsiedelungen, ungeeignete Aufbewahrungsmöglichkeiten, aber auch die Unkenntnis des Wertes ihrer Geschichte führten in der Vergangenheit  oftmals zum Verlust von kulturhistorisch bedeutsamen Archivalien.
Die Vorarlberger Musiksammlungen in Bregenz und Feldkirch bieten den Vereinen die Möglichkeit, älteres Archivmaterial zu sichten und nach modernen konservatorischen Möglichkeiten aufzubewahren.
Ansprechpartner für die regionalen Musikvereine ist die Musiksammlung der Stadtbibliothek Feldkirch,  die u.a. die historischen Bestände des Domchores, des Stadtorchesters, aber auch von Musikvereinen der näheren Umgebung aufbewahrt.

Ehrenurkunde des Stuttgarter Liederkranzes 1924
Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Stuttgarter Liederkranzes an Karl Bleyle am 10.5.1924
Druck: Carl Alshofer, Stuttgart, koloriert, gerahmt, 57,5x47 cm
Musiksammlung, Nachlass Bleyle

Postkarten aus einem Liedertafel-Album
Musiksammlung, Musikbibliothek und Archiv Feldkircher Liedertafel, o.S.
Ein besondere Verpflichtung war für den Verein das karitative Engagement in Form der Veranstaltung von Wohltätigkeitskonzerten: zugunsten der Geschädigten von Brandkatastrophen, Überschwemmungen, u.a. für die Hinterbliebenen des Vorarlberger Dichters Franz Michael Felder. Auch die Geselligkeit kam dabei nicht zu kurz.
Kontakte zu anderen Chören belebten die musikalischen Aktivitäten, u.a. gastierten in Feldkirch in den 1920er Jahren der Wiener Schubertbund und der Wiener Lehrer-a-capella Chor.  Mit den befreundeten Vereinen wurde ein reger schriftlicher Kontakt gepflegt.

Fotokarten vom Faschingsabend der FLT 15.2.1915 in Feldkirch
S-w-Fotographie, 8,5x13,5 cm
Fotokarten vom Faschingsabend der FLT 15.2.1915 in Feldkirch
S-w-Fotographie, 13,5x8,5 cm
Postkarte der Innsbrucker Liedertafel, 1928
Karl Redlich Innsbruck 144, 13,5x9 cm
Postkarte des Wiener Männergesangsvereines 1926
Kunstdruckerei Josef Eberle, Wien VII, Schottenfeldgasse 38, 9x14 cm
Postkarte des Männerchores St. Fiden-St. Gallen um 1927
Zumbühel & Gross Phot St. Gallen –O, 9x14 cm
Fotokarte des Wiener Lehrer a – capella Chores o.J.
S-w- Fotographie, 14x9 cm

Konzertprogramm 1895
Orchester-Konzert des Musikvereins im Gasthof Ochsen in Feldkirch am 3.4.1895
Druck: Graffsche Buchdruckerei, Feldkirch, 26,5 x 19,5 cm
Musiksammlung, Bestand Stadtorchester-Musikverein 1842, o.S.

Konzertprogramm 1878
Production im Churhauspavvillon der Gemeindemusik Dornbirn 22.9.1878
Lithographie Jac. Grassmayr, Dornbirn, hs. Programmeintragung, 27x18 cm
Musiksammlung, Nachlass Schmutzer

Konzertprogramm 1856
Vocal- und Instrumental-Concert  (Zur Feier des hundertjährigen Geburtstages W.A. Mozarts 27.1.1856
Druck: J. Graffs Witwe, Feldkirch, 33,5 x 20cm (beschnitten)
Musiksammlung, Nachlass Schmutzer

Konzertprogramm 1906
Konzert zur Erinnerung an die 150. Wiederkehr von Wolfg. A.  Mozarts Geburtstag am 21.1.1906 im Saalbau zu Feldkirch unter der Ltg. Von Karl Metz.
Farbdruck: Rabe, o.O., 1 Dbl. 30x23,5 cm
Musiksammlung, Bestand Stadtorchester-Musikverein 1842, o.S.

Bereits in der ersten Hälfte gab des 19. Jahrhunderts gab es in Feldkirch ein Orchester aus Musikern und Musikliebhabern, so genannten Dilettanten, das öffentlich Konzerte gab, u. a. im Jahre 1838 eine Musikalische Produktion […] zugunsten des für den unsterblichen Tondichter Wolfgang Amadeus Mozart errichtet werdenden Denkmales in Salzburg.   
Unter Anregung des aus Vils/Tirol gebürtigen Feldkircher Musikdirektors Georg Frick begründete dieser Kreis im Jahre 1842 den Feldkircher Musikverein zum Zwecke der Organisation des städtischen Musiklebens, der Durchführung von Konzerten und Tanzveranstaltungen. Die Einnahmen sollten einem Fond zur musikalischen Ausbildung der Jugend zugute kommen.  Am 14. Dezember 1853 wurden die eingereichten Statuten genehmigt und somit die Vereinigung auf eine Vereinsbasis gestellt.  Die Euphorie sollte nicht lange andauern. Von 1865 bis 1887 war die Vereinstätigkeit ruhend. Dank des vorhandenen Vermögens konnte 1888 eine Singschule errichtet und somit der Verein wieder belebt werden. Politische Spannungen versetzten um die Jahrhundertwende das Vereinsleben abermals in Turbulenzen. Dennoch konnte die Vereinstätigkeit aufrechterhalten werden. Nach einer kurzen Blüte unter Musikdirektor Karl Metz und einer Ruhephase während des ersten Weltkrieges wurde der Verein abermals geschwächt, Mitglieder wanderten zum Hausorchester der Feldkircher Liedertafel. 1926 wurde offiziell die Vereinsauflösung beschlossen.
Als 1941 das Städtische Orchester gegründet wurde, bildete die Musikvereinsabteilung der Liedertafel den Grundstock. 1950 stellte dieses an die Musikschule angegliederte Orchester jedoch seine Tätigkeit ein. 1951, nach 25jähriger Unterbrechung, wurde neuerlich der „Musikverein Feldkirch“ ins Leben gerufen, 1955 erfolgte eine Umbenennung in „Stadtorchester Feldkirch-Musikverein 1842“.
Archivalien in der Musiksammlung:  Musikhandschriften- und Drucke aus dem 19. und 20. Jahrhundert
Literatur: 120 Jahre Stadtorchester Feldkirch. Musikverein 1842. Gest. Walter Kiene. Bregenz o.J.

Domchor St. Nikolaus zu Feldkirch
s-w- Fotographie
Leihgabe Sammlung M.A. Getzner
Seit dem Mittelalter unterstützten die Lateinschulmeister mit den Schülern den Pfarrklerus bei der musikalischen Gestaltung der Liturgie. Knaben- und Männerstimmen dominierten bis ins späte 18. Jahrhundert den Kirchengesang. Musikalienverzeichnisse und erhaltene Musikalien dokumentieren ein bemerkenswertes Repertoire.
Die Schulreform Maria Theresia, die Auflösung der Lateinschule  und unter Josef II. des Jesuitengymnasiums,  setzten auch diesen kirchenmusikalischen Gewohnheiten ein Ende. Waren bereits in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts Töchter der Schulmeister zur Aushilfe herangezogen worden, so sind es seit dem frühen 19. Jahrhundert nun zunehmend Bürgerliche, die sich für Kirchenmusik engagieren. Besondere Akzente setzten im 19. Jahrhundert die Chorregenten Georg Frick (…) und sein Nachfolger Philipp Schmutzer (…). 1902 kam es zur Gründung des Vereines „Kirchenchor Feldkirch“. Als 1968 die Diözese Feldkirch errichtet wurde, erfolgte die Ernennung des Pfarrkirchenchores zum Domchor St. Nikolaus.
Archivalien in der Musiksammlung: Handschriften und Drucke des 18. bis ins 20. Jh..
Literatur: Annemarie BÖSCH-NIEDERER (Hg.), Die Musikdrucke des historischen Archivs des Domchores zu St. Nikolaus in Feldkirch (= Quellen und Studien zur Musikgeschichte Vorarlbergs 1), Regensburg 2005; Manfred A. GETZNER, Zur Geschichte des Domchores St. Nikolaus. Kirchenmusik in Feldkirch. Festschrift zur Weihe der neuen Domorgel. Feldkirch 1976. 

Korrespondenz
Kosten- und Dispositionsvorschlag der Gebrüder Mayer, Feldkirch für den Orgelneubau
Musiksammlung 1888.
Handschriftliche Aufzeichnung, 34x21,5 cm
Musiksammlung, Bestand Domarchiv, Sch Dokumente M 9 Orgelneubau

Bilder
Konzertprogramm 1856 Konzertprogramm 1856
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