Musikhandschriften

Musikhandschriften bis zurück ins 13. Jahrhundert.

Fragmente mittelalterlicher liturgischer Handschriften
Musiksammlung, Sch Fragmente 01
Liturgiereformen und der Buchdruck führten zur Vernichtung vieler sakraler Gebrauchshandschriften. Pergament galt als wertvoller Rohstoff und wurde daher oftmals der Wiederverwertung als Bucheinband zugeführt. Vorliegende Fragmente waren als Einbandverstärkung verklebt und wurden bei der Restaurierung abgelöst.

Fragment eines Sequentiars, 14./15. Jh.
 Pergament, rote und schwarze Tinte (rote Initialen und Notenllinien), 8,5 x 21 cm
Quadratnotation auf 4-Liniensystem, C- und F-Schlüssel;
Hymnus zum Fest „De Ass[um]ptio[ne] Marie V[ir]g[ini]s“ (Maria Himmelfahrt, 15. August): Affluens deliciis david regis filie. Zugeschrieben der Äbtissin Hildegard von Bingen (1096-1179).

Fragment eines Antiphonars, 13. Jh.
Pergament, bräunlich-schwarze Tinte, rote Initialen; 5x5 cm, 4x4 cm
Neumennotation;
Abschnitte eines Choralgesanges; Responsorium mit Versen: Gavisi sunt.


Codex: Handschriftliches Chorbuch, 17. Jh.
Feldkirch 1617 Nr. 3 [hs. Vermerk am ersten Blatt]
Pergamenthandschrift mit Ledereinband; Notendruck, Text handschschriftlich nachgetragen, schwarze und rote Tinte, unfoliiert.
Musiksammlung, Sch Handschriften 03
Die musikalische Erziehung der Jugend war bis ins 19. Jahrhundert auf die Gestaltung der Gottesdienste hin ausgerichtet.  Lateinschulen galten seit dem Mittelalter als Pflegestätten für die gehobene Gesangskultur, einen besonderen Ruf genoss die Feldkircher Schule.
Die Stadtbibliothek Feldkirch verwahrt in ihrer Musiksammlung ein einzigartiges Dokument dieser Gesangskultur: ein handschriftliches  Chorbuch aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts, angefertigt von den beiden Lateinschulmeistern Georg und Christoph Klopfer.

Skizzenbuch von Ferdinand Andergassen 1922
Enthält Sonate für Klavier und Violine
Autographe Bleistiftskizze, Papier, schwarzer Ledereinband, 63 S., 16,5 x 13 cm
Musiksammlung, Nachlass Andergassen, o.S.

Musikhandschrift 1775
Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736), Planctus  Animae poenitentis ad Matrem Dolorosam, Coram S: Christi Sepulchro producendus. [UTit.].
Papier, schwarze Tinte, 23x30 cm
Musiksammlung, Bestand Domarchiv PS I-6
Abschrift: ad usum P. Anton Frölich Can. Reg. Ord. Praem. S. Lucij [Chur] 1775.  Pater Frölich war als Verwalter in Bendern/Liechtenstein eingesetzt und auch musikalisch sehr engagiert. Mehrere Musikhandschriften aus seinem Notenbestand befinden sich in der Stadtbibliothek Feldkirch.

Urfassung der Vorarlberger Landeshymne 1905
Vorarlbergers Heimweh [Kopftit.]
Papier, schwarze Tinte (verblasst), Bleistift, 1 Dbl.,  26x33 cm
Stadtbibliothek Inv. Nr. 2000:804
Die Vorarlberger Landeshymne kann auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken. 1905 als volkstümliches Heimatlied mit dem Titel „Vorarlbergers Heimweh“ geschaffen, 1907 erstmals in einem gedruckten Liederbuch einer breiteren Öffentlichkeit zugeführt, erreichte die Komposition des Feldkirchers Musikers, Chordirigenten und Musiklehrers Anton Schmutzer (1864-1936) eine überaus große Beliebtheit.  Seit 1949 fungiert die bearbeitete Fassung als Vorarlberger Landeshymne.
Die originale Handschrift von Schmutzers Erstfassung gehört zu den besonderen Schätzen der Musiksammlung.
Literatur: Annemarie BÖSCH-NIEDERER,  „O Vorarlberg, will treu dir bleiben“ – Vom Landeslied zur Landeshymne. In: Vorarlberger Landessymbole. Untersuchungen zur Strukturgeschichte Vorarlbergs V), Dornbirn 2004, S. 63- 73

Bilder
Fragment eines Sequentiars, 14./15. Jh. Fragment eines Sequentiars, 14./15. Jh.
Fragment eines Antiphonars, 13. Jh. Fragment eines Antiphonars, 13. Jh.
Skizzenbuch von Ferdinand Andergassen 1922 Skizzenbuch von Ferdinand Andergassen 1922
Urfassung der Vorarlberger Landeshymne 1905 Urfassung der Vorarlberger Landeshymne 1905
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